Liebe Lockführer, lieber Herr Schell, lieber Herr Weselsky und natürlich lieber Herr Mehdorn, bitte einigt Euch endlich. Zu einer Verhandlung, zu der ich auch einen Tarifstreit zähle, gehört, dass man sich in der Mitte trifft und somit, dass jeder etwas von seinen Forderungen ablässt. Warum also bleibt Ihr Lockführer so stur auf Eurer Position stehen, einen eigenen Tarifvertrag haben zu wollen. Und warum, liebe Lockführer, wollt Ihre Eure scheinbaren Versäumnisse aus den letzten Jahren in einer Tarifrunde wieder aufholen. Das könnt Ihr doch nicht machen. Gebt der Bahn die Chance, einen Angleich der Bezüge zu staffeln und somit sukzessive zu steigern. Und wenn Ihr streikt, dann streikt doch bitte im Güterverkehr. Denn nur dort schmerzt es der Bahn und der Wirtschaft wirklich. Der Personenverkehr schadet der Bahn kaum, da die meisten ein Abo ihr Eigen nennen und somit kaum in den Genuss eines Erstattungsanspruchs kommen; es wird hier von höherer Gewalt gesprochen. So teilte mir das der MVV mit. Eine Kulanzregelung wird von der Bahn noch geprüft. Die persönlichen Probleme die Ihr mit einem Streik im Personen- und Personennahverkehr erzeugt, sind zum Teil uferlos. Menschen können zum Teil wichtige Arzttermine nicht wahrnehmen, andere kommen zum Vorstellungsgespräch zu spät und verpassen die Chance ihres Lebens. Wieder andere bekommen in der Arbeit richtig viel Ärger, weil sie sich kein Taxi leisten können, welches selbst übrigens auch auf die an diesen Tagen mit Stau besetzten Straßen gebunden ist und auch nicht immer pünktlich ist. Und und und. Also bitte, lasst den Personenverkehr außen vor und beschränkt Euch auf den Güterverkehr.
Und lieber Herr Mehdorn. Auch die Bahn sollte am Verhandlungstisch nicht die Arme verschränken und als Angebot vorschlagen, bereits erwirtschaftete Überstunden auszuzahlen. Auch Ihr habt eine Verantwortung. Wenn der Schaden, den die Lockführer durch Ihre Forderung verursachen, wirklich so hoch ist, wie Ihr das vorgebt, dann scheinen andere Mitarbeiter bei der Bahn wohl zu viel zu verdienen. Es kann nicht sein, dass andere Mitarbeiter der Bahn befriedigend bis gut auf Kosten der Lockführer verdienen. Hier scheint es ein Ungleichgewicht zu geben. Gebt den Lockführern ein wenig der Wertschätzung zurück, die sie verdient haben. Die Verantwortung tragen zu müssen, einen Zug mit hunderten Fahrgästen an Board mit hoher Geschwindigkeit von A nach B zu bringen und dass nicht ausreichend zu honorieren ist boshaftig von der Bahn. Das die GDL einen eigenen Tarifvertrag will steht allerdings auf einem anderen Blatt, welches nicht ganz begründet ist.
Also bitte, setzt dem Ganzen ein Ende und einigt Euch. Ich glaube, die meisten Deutschen gönnen den Lockführern mehr Geld, auch wenn dadurch die Preise steigen. Aber die ewigen Streiks sind gerade in diesem Bereich sehr anstrengend und verursachen nicht nur einen finanziellen Schaden.
Danke fürs Lesen liebe GDL und liebe Bahn.